Was ist rot und hat Hörner?

Manchmal ist es erstaunlich, wie sich Beziehungen verändern können. Und wie drastisch sie das können…

Kurzbeschreibung: Ich bekam von meinem ehemaligem Chef nach 2 Jahren Hallenmietung eine Nebenkostenabrechnung in Höhe von rund 1400 Euro, bei der Bemessungsgrundlagen fehlten oder falsch waren, Zahlen erfunden worden waren und die neben ihrer Verspätung insgesamt unhaltbar war. Laut Mietvertrag sollte nur der Strom jährlich abgerechnet werden, nicht solche Späße wie Grundsteuer und Oberflächenwasser.  Und dank meiner monatlichen Abschlagszahlungen wäre der Strom bis zum aktuellen Zeitpunkt 0 auf 0 aufgegangen. Als ich Einspruch einlegte und die Originalrechnungen einsehen wollte, drohte mir mein Ex-Chef, dass, wenn ich die Forderung -ob berechtigt oder nicht- nicht bezahlen würde, die Sache sehr schlecht für mich ausginge.

Na gut, ich räumte kurzerhand innerhalb einer Woche die Halle und schrieb dann die fristgerechte Kündigung zu Ende November. Da ich 3 Monatsmieten Kaution hinterlegt hatte und mir schon klar war, dass ich die nicht wieder sehen würde, stoppte ich den Dauerauftrag für die Mietzahlungen.

Es folgte eine überarbeitete Nebenkostenabrechnung mit Nachforderungen in Höhe von rund 490 Euro. Dieses Mal ohne Grundsteuer, ohne Oberflächenwasser und ohne den zusätzlichen erfundenen Stromzähler. Der Abrechnungszeitraum sollte allerdings nach wie vor bis zum 31.12.2018 sein, also wären am Ende noch 11 Monate zu berechnen. Immerhin war dieses Mal ein Auszug der originalen Stromrechnung dabei, 2 von 6 Seiten hatte man mir eingescannt. Daraus konnte ich errechnen, dass mein Stromverbrauch komplett bezahlt ist.

Ich legte wieder einen Widerspruch gegen die Abrechnung ein und machte ein Angebot zur Güte:

Wir lösen meinen Mietvertrag für die Garagen 1-3 zu sofort und ihr vermietet diese Halle einfach vor Ablauf der aktuell laufenden Kündigungsfrist an jemanden, der sich an euren seltsamen und unhaltbaren Abrechnungen nicht stört. Ihr behaltet die 3 Monatsmieten Kaution ein, zur Tilgung der Septembermiete und den Rest als Bonus, damit von euch niemand Hunger leiden muss. Im Gegenzug möchte ich keine Forderungen jeder Art mehr von euch bekommen. Wenn ich die Stände der ungeeichten und zur Verrechnung nicht zugelassenen Stromzähler der Halle mit dem Preis pro kWh (HT und inkl. MWSt.) aus der Rechnung der Pfalzwerke verrechne, habe ich meinen Gesamtverbrauch in den Abschlagszahlungen mehr als getilgt. Strom kann keiner mehr fließen, weil der FI Schutzschalter zur Halle aus ist.
Dieser Vorschlag gilt bis einschließlich 26.9.2019 und nur im Gesamten. Bitte bestätigt mir vor Ablauf der Frist die Annahme meines Vorschlags.

Am 26.9. bekam ich um 12:27 Uhr von Michal die Anfrage meines Ex-Chefs nach dem Schlüssel für mein Hallentor übermittelt, weil jemand die Halle mieten wollte. Eine direkte Nachricht von meinen Noch-Vermietern bekam ich hingegen nicht.

Stattdessen kam am 9.10. eine echte Rosinenpickernachricht:

Deinen Widerspruch gegen die Stromabrechnung werden wir nicht akzeptieren.
Wir haben deinen Vorschlag zur Güte angenommen und die Garagen ab Oktober neu vermietet.
Im Anhang übersende ich Dir die abgeänderte Abrechnung wegen der Kündigung.
Ich soll Dir von Christoph ausrichten, sollte der Betrag nicht bis nächste Woche eingegangen sein, wird er Dich persönlich aufsuchen.

Also haben sie meinen Vorschlag angenommen, aber wollen ihn doch nicht angenommen haben. Die erwähnte Änderung der Abrechnung sieht so aus, dass die 390 Euro Kaution von der unerklärbaren Rechnung abgezogen wurden und nun noch rund 230 Euro gefordert werden. Abrechnungszeitraum nach wie vor bis zum 31.12.2018, also noch 9 Monate unberechnet. Andernfalls hätte ich einfach die 230 Euro bezahlt, nur um  Ruhe zu haben. Aber bezahle ich die, kommt am Jahresende einfach die nächste überzogene Rechnung für die letzten 9 Monate.

Ich schrieb nochmals:

Mit der Weitervermietung der Halle zum 1.10. habt Ihr meinen Vorschlag angenommen, in dem ich jegliche Forderungen ausschließe. Ob Ihr meinen Widerspruch akzeptiert oder nicht, macht ihn nicht unausgesprochen und auch nicht unwirksam.

Wenn ich den Stromverbrauch bis zu meinem Auszug aus der Halle (20.08.2019) mit den von mir bis dahin getätigten monatlichen Abschlagszahlungen auf Grundlage der Stromrechnung der Pfalzwerke gegen rechne, habe ich alles bezahlt. Die Nebenkostenabrechnung bezieht sich auf den angeblichen Verbrauch bis zum 31.12.2018, also käme ja nochmals eine Abrechnung bis zum 30.09.2019, womit die eindeutig jetzt schon völlig fehlerhafte Abrechnung nur noch unerklärbarer würde.

Zurück zur eigentlichen Frage. Die Antwort:

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UPDATE 17.11.:

Am 21.10. war eine Mitteilung eingegangen:

Hallo Stephan,

ich glaube wenn einer nicht rechnen kann, dann bist du das !!!

Du hast, wie du so treffend bemerkt hast, einen zusätzlichen Verbrauch bis zu deinem Auszug.

Ich fordere dich hiermit letztmalig auf die ausstehenden Verbrauchskosten zu bezahlen, ansonsten werde ich die Angelegenheit der Creditreform übergeben. Und dann werden deine Kosten noch etwas höher.

Mit freundlichen Grüßen aus Kollweiler

Erstaunlich! Ich ließ es drauf ankommen. Aber nicht unkommentiert…:

Bitte mach Dich doch nicht so lächerlich! Ich rechne schon die ganze Zeit mit dem Gesamtverbrauch der Mietzeit, Du hingegen würfelst schon die ganze Zeit irgendwelche Zahlen und kannst sie dementsprechend nicht mal erklären. Insofern zittere ich jetzt nicht gerade vor Angst. Leg mir eine erklärbare (oder besser noch: eine erklärte!) Nebenkostenabrechnung vor, die Hand und Fuß hat, dann reden wir weiter. (Wobei es nach einer korrekten Berechnung nichts mehr zu reden gibt, da Ihr mir sicher kein Geld zurück zahlen wollt…)

Gottes Segen und weiterhin gute Geschäfte!

Es ist seitdem erstaunlich ruhig geworden…

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