Fahrradanhänger – Rechtliches

Eine Bauartgenehmigung für Fahrradanhänger gibt es in Deutschland nicht. Man darf also auch Fahrradanhänger selber bauen und muss nur wenige Bedingungen erfüllen, um mit dem Anhänger legal unterwegs sein zu können.

Da Mofas im Gesetz als „Fahrräder mit Hilfsmotor“ betitelt werden, ist mir die Verwechslungsgefahr zu Pedelecs (Tretunterstützung bis 25km/h) und E-Bikes (bis 45km/h) zu heikel. Für „Fahrräder mit Hilfsmotor“ gelten andere Bedingungen, auf die ich hier nicht eingehen möchte. Ich beziehe mich hier nur auf Lastenanhänger in Verbindung mit einem motorlosen Fahrrad.

Der Anhänger muss mit mit dem Zugfahrzeug über eine allen Fahrsituationen gewachsenen Verbindung verbunden sein, also stabil und zudem fähig, die beim Fahren entstehenden Dreh-, Kipp- und Gierbewegungen aufzunehmen. Der berühmte Schweißdraht da herum getüdelt zählt nicht als solche stabile Verbindung! Ansonsten gibt es aber keine Bauartgenehmigung oder so. Empfehlenswert ist wohl eins der gängigen Fahrradanhängerkupplungssysteme.

Zulässige Anhängermaße:

  • max. Breite: 2,55m (StVZO §32.1.1)
  • max. Länge: 12m (StVZO §32.3.1)
  • max. Höhe: 4m (StVZO §32.2)
  • max. Masse: ungeregelt (bzw. so hoch, dass sie für Fahrräder irrelevant ist)
  • Auflaufbremse: nicht vorgeschrieben
  • Mindestprofiltiefe der Reifen: nicht vorgeschrieben

Die Reifen müssen den Betriebsbedingungen genügen, was so ziemlich alles heißen kann.

Am wichtigsten sind wohl noch die Vorschriften Beleuchtung (inkl. Reflektoren). StVZO §67a regelt die Beleuchtung an Fahrradanhängern:

(1) An Fahrradanhängern dürfen nur die vorgeschriebenen und bauartgenehmigten lichttechnischen Einrichtungen angebracht sein. Lichttechnische Einrichtungen dürfen nicht verdeckt sein.

(2) Fahrradanhänger müssen mindestens mit folgenden lichttechnischen Einrichtungen ausgerüstet sein: (Absatz gilt nicht [zwingend] für Fahrradanhänger, die vor dem 1. Januar 2018 in Verkehr gebracht wurden!)

1. nach vorn wirkend:

a) bei einer Breite des Anhängers von mehr als 600mm mit zwei paarweise angebauten weißen Rückstrahlern mit einem maximalen Abstand von 200 mm zur Außenkante,

b) bei einer Breite des Anhängers von mehr als 1000mm zusätzlich mit einer Leuchte für weißes Licht auf der linken Seite,

2. nach hinten wirkend:

a) mit einer Schlussleuchte für rotes Licht auf der linken Seite, falls mehr als 50 Prozent der sichtbaren leuchtenden Fläche der Schlussleuchte des Fahrrads durch den Anhänger verdeckt wird oder falls der Anhänger mehr als 600 mm breit ist

und

b) mit zwei roten Rückstrahlern der Kategorie „Z“ mit einem maximalen Abstand von 200 mm zur Außenkante,

3. nach beiden Seiten wirkend:

a) mit ringförmig zusammenhängenden retroreflektierenden weißen Streifen an Reifen oder Felgen oder Rädern

oder

b) mit weiß retroreflektierenden Speichen (jede Speiche) oder Speichenhülsen (an jeder Speiche) an jedem Rad

oder

c) mit mindestens zwei um 180 Grad versetzt angebrachten, nach der Seite wirkenden gelben Speichenrückstrahlern an den Speichen jedes Rades.

(3) Anhänger, die nicht breiter als 1000mm sind, dürfen mit einer Leuchte für weißes Licht nach vorne ausgerüstet werden.

(4) Unabhängig von der Breite dürfen Anhänger mit

1. einer weiteren Leuchte für rotes Licht nach hinten auf der rechten Seite

oder

2. Fahrtrichtungsanzeigern, genehmigt nach der Regelung Nr. 50 der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE) – Einheitliche Bedingungen für die Genehmigung von Begrenzungsleuchten, Schlussleuchten, Bremsleuchten, Fahrtrichtungsanzeigern und Beleuchtungseinrichtungen für das hintere Kennzeichenschild für Fahrzeuge der Klasse L (ABl. L 97 vom 29.3.2014, S. 1) und angebaut nach der Regelung Nr. 74 der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UN/ECE) – Einheitliche Bedingungen für die Genehmigung von Fahrzeugen der Klasse L 1 hinsichtlich des Anbaus der Beleuchtungs- und Lichtsignaleinrichtungen (ABl. L 166 vom 18.6.2013, S. 88),

oder

3. zwei weiteren zusätzlichen roten nicht dreieckigen Rückstrahlern nach hinten wirkend mit einem maximalen Abstand von 200 mm zur Außenkante

ausgerüstet werden.

(5) Lichttechnische Einrichtungen dürfen zusammengebaut, ineinander gebaut oder kombiniert sein, mit Ausnahme von Fahrtrichtungsanzeigern.

 

 

 

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